Einsatzübung - Schachtbergung

Auch an diesen Montag trotzten wir den spätwinterlichen Temperaturen und hielten unsere wöchentliche Einsatzübung ab. Während die Kameraden, die den TLF-A 1000 zugeteilt waren, eine Schulung in Sachen Einsatztaktik durchführten, galt es für die Kameraden mit dem LFA-B Unimog eine in jeder Hinsicht interessante Übung zu absolvieren. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Übungsleiter HLM Werner Grantner für seinen Bericht bedanken:

Schachtbergung

Vorgefundene Lage:
Person in 5m tiefen Sickerschacht gestürzt. Durch Faulgase bewusstlos geworden. Liegt am Grund des Schachts. Einstieg mit Leiter unmöglich, da Öffnung zu schmal.

Grundüberlegungen:
Welche Möglichkeiten zur Bergung der Person stehen einer Ortsfeuerwehr mit ihrem KLF oder LF zur Verfügung. Dabei soll soweit als möglich mit der Normbeladung des LFs das Auslangen gefunden werden. Dies aus dem einfachen Grund der Schnelligkeit, da der Aufbau irgendwelcher Konstruktionen, mit erst herbeizuschaffendem Material, in diesem Fall einfach zu zeitaufwändig wären. Das LF ist, wochentagsmäßig, eher „dünn“ und somit mit 5 Mann mindestbesetzt.

Durchführung:
Aufstellung des Fahrzeuges in einem ungefähren Abstand von 2-3 Metern von der Schachtöffnung. Ausziehen der Schiebeleiter (oder Zusammenbau der Steckleiter) am Fahrzeug. Abziehen der Leiter über die Schachtöffnung bis Bodenkontakt. Anbringung einer Umlenkrolle (gehört eigentlich zu jedem Greifzug dazu) an der Leiter, direkt über der Öffnung. Dazu eignet sich ein großer Schäkel am besten und am schnellsten. Danach noch Sicherung des Leiterfußes zurück zum Fahrzeug, damit der Horizontalanteil der Zugkraft aufgenommen werden kann.


In der Zwischenzeit hat sich ein Mann mit einem ATS-Gerät und dem Sitzgurt des Rettungssets ausgerüstet. Einhängen einer Rettungsleine in die Umlenkrolle.ATS-Mann kann nun hinuntergelassen werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die Zugrichtung der Gegenhaltekraft genau in Leiterrichtung erfolgen muss. Bei seitlichem Zug würde das ganze System instabil werden. Für das Senken und Heben eines ATS-Mannes sind mindestens 3 Mann erforderlich, damit diese noch mit einer entsprechenden Kraftreserve Arbeiten können. Der ATS-Mann hängt sich am Grund des Schachtes ab und fixiert die verunfallte Person mittels selbstzuziehender Fußschlaufe um die Fußgelenke. Somit kann nun die Person mit den Füßen nach oben geborgen werden. Bei entsprechender Einübung der Handgriffe, ist der ATS-Mann in 2 Minuten abseilfertig und die Person in 3 Minuten geborgen.

Schlussfolgerungen:
Eine derartige Ausnahmesituation ist für eine LF-Mindestbesatzung, unter alleiniger Zuhilfenahme der am Fahrzeug vorhandenen Mittel, in einer entsprechend kurzen Zeit absolut machbar. Selbstverständlich können noch die verschiedensten negativen Gegebenheiten das Ganze beeinflussen. Hierbei ging es aber in erster Linie darum, aufzuzeigen, dass es sehr wohl eine Möglichkeit zur Setzung erster schneller Schritte gibt.


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